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07.09.2017 15:38 (3189)
Pilgerbericht 6. Etappe Mitteldeutschland 02.09.2017 Ökumenisches Samstagspilgern Nossen - Roßwein Mein morgendlicher Start begann n der Sächsischen Schweiz mit Nieselregen. In Dresden stand ich dieses Mal allein am Bus um 9.05 Uhr nach Nossen und wurde dadurch als erste vom evangelischen Pfarrer Clemens-Michael Kluge und dem Vertreter der Katholischen Kirche St. Bernhard Herrn Geburek in Nossen begrüßt. Wenige Minuten später trafen weitere 34 Pilger ein, die gemeinsam mit dem Bus aus Döbeln bzw. Roßwein anreisten. Die katholische Gemeinde ist hier, wie auch schon in Wilsdruff bei der letzten Etappe gehört, durch Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg entstanden und gehört zum großen Gebiet der St. Benno Gemeinde in Meißen. Anfangs nutzten die katholischen Christen die benachbarte evangelische Kirche für ihre Gottesdienste mit, bis ein neues Gebäude errichtet werden konnte, welches praktischerweise Kirche und Gemeinderäume vereint und beeindruckende Buntglasfenster aufweisen kann. Im Sinne gelebter Ökumene hielt uns der evangelische Pfarrer die Andacht. Mit dem Lied: Die güldne Sonne ließ sich wohl die Sonne hervorlocken und schaute doch immer wieder mal im Laufe des Tages durch die Wolken. Gedanken zu Losung (Jeremia 5,25) und Lehrtext (Lukas 18,13) des Morgens über Sünde und fern oder getrennt sein, regten zum Nachdenken an und der Segen begleitete uns den Tag. Wir schauten noch kurz in die evangelische Stadtkirche, die nach einem Stadtbrand 1563- 65 unter Verwendung von Abruchmaterial des Klosters Altzella wieder errichtet wurde, zwei Portale wurden sogar komplett in dieser Kirche wieder eingesetzt und sind somit erhalten geblieben. Um 10.45 Uhr startete unsere Gruppe von 35 Pilgern auf kurzem Weg zur Mulde hinunter und zum Kloster Altzella. Nach 30 Minuten Weg sahen wir schon die imposante Klostermauer, die gut instand gesetzt ist und liefen ein ganzes Stück zwischen einer stillgelegten Bahnstrecke und der Mauer entlang. Bevor wir durch den heutigen Haupteingang das Klostergelände betraten, gab Dagmar uns eine Einführung in das kirchliche Leben zur Zeit der Klostergründung. Im Kloster angekommen, begrüßte uns Frau Welzig und erklärte uns an einem Modell, dass das Kloster vor ca. 500 Jahren darstellt, die 850 jährige Geschichte dieses Ortes. Der Stifter war 1162 der Markgraf Otto von Meißen der Reiche (auf Anraten seiner Frau Hedwig von Brandenburg). Damit hier ein Kloster entstehen konnte, musste er zu Kaiser Friedrich Barbarossa nach Italien reisen um die Genehmigung zu bekommen. Als Marienzelle begann der Aufbau des Klosters durch die Zisterzienser und 1175 zogen ein Abt und zwölf Mönche aus dem Mutterkloster Pforta ein. Die meisten Gebäude standen da schon, damit die Mönche sich in allen Bereichen selbst versorgen konnten. 1198 wurde die Klosterkirche geweiht von der heute nur noch der Grundriss im Klosterpark zu sehen ist. 1220 wurde das Kloster baulich fertiggestellt und es gab nur einen Zugang. Die Ordensstände lebten getrennt von den Laienbrüdern, die im Konversenhaus wohnten, dem einzigen noch erhaltenen Haus aus der Klosterzeit. 1420, in der Blütezeit des Klosters, lebten hier 240 Mönche, davon 1/3 im Orden und 2/3 als Laienbrüder. 1540 im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und viele Gebäude abgebrochen, da das Material u.a. für die neue Kirche und das Schloss in Nossen gebraucht wurde. Eine kleine Glocke aus der Klosterkirche hängt inzwischen in der Dresdener Frauenkirche, die Bücher gab Markgraf Moritz an die Universitätsbibliothek Leipzig, wo sie noch heute sind. Aus dem Kloster wurde ein Kammergut zur Versorgung des Dresdener Hofes bis 1945 und zu DDR-Zeiten ein Volksgut. 1757 ließ Friedrich August der Gerechte eine Begräbniskapelle im klassizistischen Stil bauen, damit die im Kloster beigesetzten Markgrafen in dem Mausoleum ruhen konnten. Ebenso beauftragte er einen Gärtner, der den Landschaftspark anlegte, in dem wir uns mit einem Plan auf Klosterspurensuche begaben und unsere Mittagspause im Sonnenschein genießen konnten. Wir trafen uns zum Gruppenfoto und Geburtstagsständchen für Jubilare am Romanischen Portal und staunten, dass wir auf die Kapitelle sehen konnten, zu denen man sonst immer hinaufschaut. Der ursprüngliche Weg durch das Tor verlief 1,60 m unter dem heutigen Bodenniveau. Das nächste Wegstück, den Lerchenweg, durch einen Wald liefen wir schweigend und gedachten des verstorbenen Gründungspräsidenten der Deutschen St. Jakobusgesellschaft Robert Plötz. So kamen wir an das "Sachseneck" bei Gleisberg. Hier stoßen die Kreise Döbeln, Mittweida und Meißen aufeinander, zu DDR-Zeiten waren es die Bezirke Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt. Wir pilgerten weiter zum kleinen Örtchen Kummersheim, einem schmucken Dorf mit nur 24 Einwohnern und waren immer noch auf dem Gebiet des Klosterbezirkes Altzella. Hier trafen wir auf das Lutherwegzeichen und folgten ihm auf der Krebsallee nach Gersdorf zum Huthaus des "Segen Gottes Erbstolln". Herr Schmidt, der uns einige Erklärungen geben sollte, war leider nicht (mehr) da. Wir bewunderten noch einen 350 -500 Jahre alten Baum und begaben uns auf den letzten Wegabschnitt nach Roßwein, der Vaterstadt von dem singenden Pilger Tilman Ludwig. Nachdem wir gegen 15 Uhr die Mulde überquert hatten, sahen wir einen sehr schönen und großen Abenteuerspielplatz. Hier wäre so mancher von uns gern nochmal Kind gewesen. Viele nicht mehr genutzte Fabrikgebäude wurden nach dem Hochwasser 2002 abgerissen. doch zum Markt und der Ev.-luth. Stadtkirche "Zu unserer lieben Frauen" hatten wir noch einige Höhenmeter zu bewältigen. Uns fiel auf, dass viele Häuser über der Tür die Jahreszahl 1807 zeigten Um 15.30 Uhr hielten wir unsere Abschlussandacht mit dem Pilgersegen und dann berichtete Frau Schumann sehr eindrücklich über die Kirche. Sie wurde nach dem Stadtbrand 1806 im klassizistischen Stil unter Einbeziehung der nicht zerstörten gotischen Gebäudeteile wieder errichtet. Die letzte große Renovierung wurde 2007 abgeschlossen, wobei durch eine eingezogene Glaswand eine Winterkirche geschaffen wurde. Der im gotischen Stil erhaltene Altarraum, war farblich zu dem neueren Kirchenschiff mit seinen drei Emporen abgrenzt. Die Kirche hat 1800 Sitzplätze. Ob sie zum 450-jährigen Jubiläum der viertältesten sächsischen Kantorei, im August, alle besetzt waren? Es gibt auch einen Brief Luthers an die Gemeinde Roßwein, den ersten evangelischen Pfarrer gut anzunehmen. Das muss wohl gelungen sein. Wir bedankten uns bei Frau Schumann mit unserem Pilgerlied, zu dem es mal wieder eine 5. Strophe gab. Ein Dank an den Dichter und Vervielfältiger. Gegen 16 Uhr ging die bisher kilometer- und zeitmäßig kürzeste, aber deshalb nicht weniger interessante Pilgeretappe dieses Jahres zu Ende und wir bestiegen die hier geparkten Autos oder den Bus nach Döbeln mit der Vorfreude auf das nächste Mal. Bärbel Schlotter, Lohmen

07.09.2017 15:36 (3188)
Pilgerbericht vom Samstagspilgern 2017 5. Etappe von Wilsdruff nach Deutschenbora Um es gleich vorwegzunehmen: Die fünfte Etappe des diesjährigen Samstagspilgerprogramms war die bisher schönste meiner wenigen Pilgererfahrungen als Neuling – trotz der Herausforderungen, die 22 Kilometer bei 30 Grad an uns an diesem Tag stellten. Am Start in Leipzig jedoch versetzte mich die ausgesprochen winzige Pilgergruppe ins Grübeln, ob die Teilnahme bei dieser Hitze die richtige Entscheidung war. Doch in Dresden stiegen 23 Pilger in den Bus gen Wilsdruff, die Zweifel verflogen, es ging los…. Nachdem wir auf der zurückliegenden Etappe mit einem Wolkenbruch regelrecht aus Wilsdruff vertrieben wurden, zeigte uns die Stadt nun im strahlenden Sonnenschein und unter blauem Himmel ihre ganze Schönheit. Die Wildschweinplastik auf dem Markt erinnerte uns an den Weg entlang des Flüsschens „wilde Sau“ und hier erwartete uns auch ein „alter“ Bekannter, Matthias Schlönvogt – begeisterter Einwohner Wilsdruffs mit schier unendlichem Stadtwissen. Er führte uns zur Morgenandacht in die katholische Kirche „St. Pius X“, die gemeinsam mit der benachbarten evangelischen Kirche ein beeindruckendes und stadtbildprägendes Ensemble bildet. Auch Kaplan Oliver Gonda hatte sich an diesem Tag auf den Weg begeben – von Meißen nach Wilsdruff – weil die katholische Kirche über keinen eigenen Pfarrer verfügt. Nicht nur seine Worte und Segnungen für unseren Weg, auch die Freude, mit der uns die vielen Gemeindemitglieder empfingen, öffneten unsere Herzen. Schon diese kurze Begegnungszeit bestätigte Matthias Schlönvogts Schilderungen über die Tatkraft der katholischen Gemeinde, ihre Strahlkraft und die gelebte Ökumene in Wlilsdruff. Auch wir hatten Gelegenheit, uns nach der schlicht-modern gehaltenen katholischen Kirche (1956 errichtet und geweiht) mit ihren beeindruckenden geschnitzten Christus- und Marienstatuen, Holzschnitztafeln und Buntglasfenstern auch die benachbarte evangelische St. Nicolaikirche in Augenschein zu nehmen. Auf schmalen Straßen durch Villenviertel und vielen Verweisen auf Sehens- und Wissenswertes am Wegesrand führte uns Matthias Schlönvogt aus Wilsdruff heraus bis zur ehemaligen Bahnlinie Wilsdruff – Helbigsdorf – heute ein schöner Rad- und Wanderweg zwischen sanft hügeligen Feldern und umsäumt von Apfelbäumen und Wildobstbüschen mit reichem Farbenspiel ihrer wachsenden Früchte und mit einem anschlusslosen Bahnsteig zur Erinnerung nun mitten in der Natur. Die Schönheit dieses Wegs und der umgebenden Landschaft vereinte sich mit unserem stillen Gedenken an den Pfarrer Matthias Spindler, der im Juli beim Bergsteigen in den Dolomiten tödlich verunglückte. Er hatte die Samstagspilger am 6. Mai 2017 in Radeburg herzlich empfangen und Dagmars Erinnerungen und Lesung aus dem Nachruf machten auch diejenigen betroffen, die ihn nicht erlebt hatten. Die Schweigeetappe über etwa fünf Kilometer führte jeden von uns auf Gedankenreise – nach Radeburg, zu den vielen intensiven menschlichen Begegnungen auf den Pilgerpfaden, zu Menschen, die uns ans Herz gewachsen waren und auch zu Menschen, die wir aus den Augen oder durch Tod für immer verloren haben. Die nächste Station unserer Pilgeretappe führte uns in die festlich geschmückte Kirche Limbach, die ihren Ursprung im 14. Jahrhundert hatte und heute mit ihrem markanten klassizistischen Turm weithin sichtbar ist, wie uns Reinhold Thomas von der evangelischen Kirchgemeinde berichtete. Trotz des sich sofort anschließenden Traugottesdienstes wurden wir mit Gebeten auf den weiteren Weg eingestimmt – und durften im riesigen Pfarrgarten vorher noch ein wenig verweilen und ausruhen. Welche Schönheit des dortigen Bauerngartens und seiner Dahlienbeete! Nur Dagmar wusste, dass uns die nächste Station nach 3,7 Kilometern mit einem regelrechten Blumenmeer überraschen würde. Im Pfarrhaus von Blankenstein wohnen Luise Ludewig und Michael Beleites, Betreiber der Blankensteiner Blumen GbR. Ihre Gemüse-, Kräuter- und bunten Blumenfelder unterhalb der Kirche sind jetzt auf vielen Fotos gebannt. Die Hinweistafeln auf dem Abstieg ins Triebischtal beschrieben seine geologische Bedeutung. Bis nach Tanneberg folgten wir dem „Geologischen Wanderweg Oberes Triebischtal“. Vom Abbau des Phyllitgesteins sowie des weißen und grauen Blankenhainer Kalksteins, der wegen seiner relativ großen Calcitkristalle auch als Marmor bezeichnet wurde, kündeten Schächte, Kalköfen und Kalkhäuser – zumeist aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wesentlich jüngeren geschichtlichen Spuren folgten wir im sogenannten Tanneberger Loch, nahe Tanneberg, dem früheren Abschnitt der A 4 zwischen Dresden und Chemnitz. Viele Pilger konnten sich noch an die für die Trabis viel zu starken Steigungen erinnern und schilderten ihre Erlebnisse. Seit 1999 überquert die Autobahn das Triebisch- und das Tännichtbachtal über drei große Talbrücken. Unter der höchsten, der Triebischtalbrücke mit einer imposanten Höhe von 50 Metern mussten wir hindurch. Dieses und die weiteren Ereignisse auf dem Weg verdrängten das große Schwitzen und den Wunsch nach Abkühlung und langer Pause. Aber Dagmar und ihr Zeitplan waren unerbittlich und zugleich notwendig… Klipphausen mit dem Schloss Rothschönberg lautete unser nächstes Ziel, auf das wir leider nur einen Blick von außen werfen und Dagmars Informationen lauschen konnten. Der Ortsname stammt von der Familie von Schönberg, die von 1250 bis zur Enteignung 1945 hier ihren Wohnsitz hatte. Den sehenswerten Schlosspark speichere ich mir ebenso wie den geologischen Lehrpfad und Wilsdruff für nochmalige Besuche mit viel Zeit ab. Drei Kilometer noch, dann waren wir in Deutschenbora. Wir werden von Pfarrer Clemens-Michael Kluge aus dem Pfarramt Nossen und Deutschenbora-Rothschönberg und Christiane Siegel in der Kirche bereits erwartet. Schön, dass sie uns vor der Andacht noch Zeit zur Erfrischung unter Wasserhähnen ließen: Gesichter, Hände, Arme, Füße – vieles musste nach der langen Strecke gekühlt werden. Doch dann richteten wir Augen und Ohren auf den sichtlich begeisterten Pfarrer Kluge und seinen Bericht über die umfangreiche und anstrengende Kirchensanierung. Die evangelische Kirche in Deutschenbora ist nicht nur von außen ein Schmuckstück, sie ist aufgrund des ca. 10 Meter langen Geschlechterzugs derer von Mergenthal (Ursprung aus 1556, zwei Ergänzungen 1667–1700) ein Ziel von Kultur- und Kunstinteressierten. Aus dieser Familie soll Katharina von Bora, die Frau Martin Luthers stammen. Auf youtube kann man sich den Geschlechterzug und der abgebildeten historischen Persönlichkeiten anschauen. https://www.youtube.com/watch?v=VqAXQZAVBFY Gleich gegenüber der Kirche lag das ehemalige Schloss Deutschenbora, das Stück für Stück zum Weingut ausgebaut wird. Auch dieses Ziel füge ich meiner Ausflugsliste im Kopf an, denn wir müssen zum Bus nach Döbeln und von dort zurück mit dem Zug nach Leipzig. Die Landschaftsbilder, die auf unserer Bus- und Zugfahrt an uns vorbeiziehen, laden zum Aussteigen und Loswandern ein – und bereiten Vorfreude auf die nächsten Etappen. Rebecca Heinze, Markkleeberg

31.08.2015 12:56 (2659)
Bericht vom Ökumenischen Samstagspilgern am 1. August 2015 von Lunzenau nach Penig. Endlich mal wieder pilgern können. Das letzte Pilgern für mich war im April. Leider! Aber heute klappt es mal wieder. Es ist ein kühler Mor¬¬gen, gegen 6.30 Uhr sind es gefühlt ca. 12-15 °C in Leipzig. Da ich spät dran bin, erreiche ich nur mit Mühe meinen Zug ab Bahnhof Messe. Erstaunlicherweise bin ich dieses Mal sogar der Erste am Treffpunkt Querbahnsteig. Es ist noch lange nicht sieben Uhr. Aber bald kommen die ersten Mitläuferinnen und die Stimmung ist ausgelassen fröhlich. Bald sind wir zehn, auch neue Gesichter sind dabei. Wie schön! Da noch Zeit ist, trinke ich einen Kaffee aus dem Pappbecher zur Ermunterung. Kurz vor sieben Uhr ist Abfahrt mit dem Regionalexpress. In flotter Fahrt erreichen wir den Zielpunkt aber noch nicht den Abmarschort Lunzenau. Dorthin fahren wir 30 Minuten mit dem Bus. Claudia Steffler und Veronika Seidel haben heute die Etappenleitung übernommen, da Dagmar Schlegel im Urlaub ist. Es läuft alles nach Plan: Gegen 9 Uhr beginnt die Begrüßung und Morgenandacht mit Chorälen, kleinen Orgelstücken gespielt von Kantor Brandl (Werke von Bach und Mendelsohn) und biblischer Besinnung. Danach folgte noch ein kurzer Abstecher zum Heimatmuseum. Ein hübsch gelegenes Städtchen, dieses Lunzenau. Gegen 10 Uhr ist Abmarsch nach Rochsburg. Inzwischen sind wir wohl komplett, ca. 24 Personen. Und der Pilgerweg ist heute mit ca. 16 km nicht so weit. Nach dem kühlen Morgen wird es wie vorhergesagt zunehmend wärmer. Auf schönen Wald- und Feldwegen und auch kleinen Straßenabschnitten geht es immer leicht auf und ab. Es ist nicht so anstrengend, sondern erholsam und natürlich gibt es viel Gelegenheit für interessante Gespräche. Gegen 10.45 Uhr erreichen wir Rochsburg, ebenfalls ein lieblich gelegener Ort. Unser Ziel ist die Kirche mit einem modernen „Glasvorbau“ – Geschmackssache. Obwohl die Türen offenstehen, empfängt uns niemand. Ein imponierender Kirchenraum. Ich gehe zur Orgel hoch und improvisiere über zwei bekannte Kirchenlieder, u.a. „Geh aus mein Herz“. Viele hören zu und freuen sich vielleicht. Im Anschluss geht es zur Schlosskapelle, wo wir eine eindrückliche Führung erleben. Ein wirklich beeindruckender Raum. Viele schauen sich deshalb interessiert um und hören zu. Inzwischen ist Mittagszeit. Mittagshunger kommt auf und das Mulde-Ufer näher. Dort ist Zeit und Platz zu Rasten und Essen. Mein Altenburger Weggefährte und ich hatten beschlossen, über die „verbotene Hängebrücke“ zu einem kleinen Lokal gehen. Hier gab es kleine Delikatessen für uns, aber auch selbst Mitgebrachtes von Muttern. Auch die schönste Rast geht einmal zu Ende. Doch auch das Betrachten der herrlichen Natur des Muldetals lässt uns genießen vor allem die Ruhe und gute Luft. Inzwischen ist es heiß geworden. Wir kommen weiter des Weges nach Amerika. Tatsächlich, wir passieren den Ort / das Land ohne Flugzeug, ohne Schiff. Wie kurios und preiswert alles sein kann, und vor allem nah. Nun folgt eine zwei bis drei Kilometer lange Asphaltstraße. Gott sei Dank verläuft sie unter dicken Bäumen entlang der Mulde und ist ganz flach. Es wurde beschlossen, diesen einsamen Weg zum Schweigen zu nutzen. Das wurde auch strikt eingehalten. Gegen 14 Uhr erreichen wir Penig. Der Wald lichtet sich. Die Aegidienkirche ist das nächste Ziel. Dort werden wir empfangen und begrüßt und hören manch Interessantes über die katholische Kirche. Die Stadt auf dem Berge, in diesem Fall die wohl 500 Jahre alte Stadtkirche, kann nicht verborgen sein. Von der Pfarrerin werden wir mit Selterswasser und leckeren Melonen empfangen. Was für eine willkommene Erfrischung nach der Hitze des Tages, die immer noch anhält. Es wird viel erzählt von der Geschichte der Kirche, aber ich habe es beinahe verschlafen. Doch beim Singen von „Laudate Omnes Gentes“ bin ich wieder hellwach. Es schließt sich eine tiefgehende Andacht zum Thema „Ein hörendes Herz will uns Gott schenken“ an. Danach bleibt noch viel Zeit zum Gespräch und zum Schauen in der prächtigen Kirche mit dem großen Chorraum. Mit einem Segen werden wir wieder verabschiedet. Leider ist kein Orgelspiel möglich. Gegen 16.30 Uhr ist Abmarsch zum Bus. Einige Autofahrer haben sich inzwischen verabschiedet. Am Bahnhof in Narsdorf hieß es wieder warten, rund 30 Minuten. Es gab eine Zugverspätung. Diese gab uns die Zeit zu weiteren Gesprächen. Die Heimfahrt mit den verbliebenen Pilgern genieße ich und nutze sie für weitere Unterhaltungen. Wir können dankbar auf den Tag zurückblicken, den uns Gott geschenkt hat. Und so kommen wir gesund und einigermaßen pünktlich wieder in Leipzig an. Nach dem Ausstieg verabschiedeten sich alle kurz voneinander und entwichen jeder in eine andere Richtung dem ersehnten zu Hause entgegen. Es war ein schöner Pilgertag, Gott und den anderen Mitstreitern sei Dank dafür. Bis zum nächsten Mal! Kantor i.R. Klaus-Peter Müller Leipzig-Wiederitzsch
Müller

17.12.2014 07:38 (2266)
Pilgerweg "Auf den Spuren der Katharina von Bora" Ein ganz persönlicher Rückblick auf neun Tage Wandern und Besichtigen in Sachsen - auf den Spuren von Martin Luthers Eheweib Neun Tage hatte ich Zeit, in Sachsen die Stätten aufzusuchen, die wir mit Katharina von Bora verbinden, neun Tage sind zu wenig, um alle Stationen zu Fuß abzulaufen und die entscheidenden Stätten auch noch in Ruhe zu besichtigen. Darum nahm ich mir 3 "Stützpunkte" vor, von denen ich mehrere Touren zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen konnte. Zur Orientierung diente mir der Flyer "Lutherweg - Sachsen", der mit einer klar gestalteten Karte versehen ist. Mein erster Zielort war Grimma an der Mulde. Mit dem Zug reiste ich von Frankfurt am Main an, bezog Quartier, das ich vorab reserviert hatte. Mit großem und kleinen Rucksack versehen hatte ich alles Nötige bei mir und konnte tagsüber mit dem kleinen Rucksack eine gute Strecke laufen. Zunächst wanderte ich in der Morgenfrühe zum Kloster Nimbschen, begleitet von fröhlichem Vogelgezwitscher. Auf dem Fahrradweg entlang der Mulde waren nur wenige Menschen unterwegs, so dass ich ebenso fröhlich vor mich hin singen konnte. Bei der Klosterruine angekommen, war ich in der Frühe die einzige Besucherin und hatte alle Zeit und Muße der Welt, mich in die Vergangenheit hinein zu vertiefen, mir vorzustellen und auszumalen, wie für Katharina das Klosterleben gewesen sein mag. Ich hatte bereits ein Buch über sie gelesen: "Rosen im Schnee" von Ursula Koch. Das war mir noch gut im Gedächtnis. In der Zeitung (FR) hatte ich gelesen, dass es im Schloss Rochlitz eine Ausstellung über "Starke Frauen" gab, von Margot Käßmann eröffnet. Glücklicherweise fuhr ein Bus ganz in der Nähe ab, der mich nach Rochlitz brachte. Mein erster Weg führte zum Schlossturm. Von oben hatte ich einen wunderbaren Ausblick auf das hübsche Städtchen. Ich erfuhr, was Porphyrtuff für ein Baustein ist und erkannte die robuste alte Kunst, die so manchem Stein besondere Bedeutung gebracht hatte. Danach besichtigte ich die hoch interessante Ausstellung, durch die ich auf weitere starke Frauen der Reformationszeit stieß, aber auch mit starken Frauen der DDR bekannt gemacht wurde. Zurück in Grimma besuchte ich die Frauenkirche mit dem Lutherdenkmal und die Klosterkirche. Da die letzten Hochwasserschäden noch nicht alle beseitigt waren, gab es noch die eine und andere Baustelle. Aber es war ersichtlich, wie sehr sich die BewohnerInnen Grimmas bemühen, alles wieder besucherfreundlich herzurichten. Im Zentrum gibt es nette Restaurants und Cafés, so dass man auch auf Komfort nicht verzichten muss. Eine weitere Tour führte mich durch die Natur bis nach Trebsen. Leider war die Stadtkirche verschlossen und auch im Pfarramt öffnete niemand. So zog ich es vor zum Trebsener Schloss zu laufen, wo gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Mit dem freundlichen Kellner, der mir ausnahmsweise einen guten Kaffee servierte, unterhielt ich mich über moderne Bräuche bei Hochzeitsfeiern vom Anschneiden der mehrstöckigen Hochzeitstorte bis zum Fliegenlassen weißer Tauben. Meine zweite Station war Wurzen, das ich als Geburtsort des Dichters Joachim Ringelnatz kennenlernte. Also besuchte ich sowohl das Geburtshaus (derzeit nicht zugänglich) und die Ausstellung mit Fotos, Seesack und Gedichten. Somit wich ich von der Route der Katharina vorübergehend ab. Dom und Bischofsschloss sind sehr beeindruckend. Durch den Restaurant- und Hotelbetrieb ist eine Besichtigung nicht jederzeit möglich. Ich war natürlich werktags dort, nicht am Sonntag. Schade! Aber in die Stadtkirche konnte ich hinein, wo gerade auch der Hausmeister weilte und mich in Ruhe alle Kunstschätze bestaunen ließ. Hier sah ich Martin Luther vor meinem inneren Auge predigen, so nah rückte mir die Geschichte der Reformation auf den Pelz. Nach erholsamen Wanderungen durch die herrliche Natur ringsum, machte ich mich auf zur dritten Station: Torgau. Von hier schickte Ratsherr und Kaufmann Leonhard Koppe seinen Wagen zum Kloster Nimbschen, um die fluchtwilligen Nonnen von dort abzuholen und über Torgau schließlich nach Wittenberg zu bringen. Die Katharina-Luther-Stube, der letzte Wohnort von Katharina nach dem Tod Martin Luthers, ist zwar klein und eng, vermittelt aber durchaus die bescheidenen Verhältnisse, in denen die Witwe Katharina am Ende ihrer Tage lebte. Bestattet ist sie in der Marienkirche, unübersehbar mit dem Begräbnisrelief bestückt: ein würdiger Ort für diese besondere Frau! Dort boten mir freundliche Frauen weitere Bücher über Katharina an, die ich gerne gelesen habe und als Mitbringsel in mein Bücherregal zu Hause eingereiht habe. Torgau ist darüber hinaus noch weit geschichtsträchtiger: Es ist der Ort des Zusammentreffens der Alliierten gegen Ende des 2. Weltkriegs; es ist der Ort des einzigen deutschen Wehrmacht-Konzentrationslagers und es gibt hier ein ehemaliges Jugend-Umerziehungsheim aus der DDR-Zeit. Geschichte war und ist hier überaus gegenwärtig. Die vielen Menschen in der Stadt hatten ihre Freude an Märchen- und Musikdarbietungen im Schlossgelände, während ich doch eher die Einsamkeit suchte und einen ausgedehnten Spazierweg rund um den Großen Teich fand. Dort stieß ich auch auf weitere Wanderfreunde, die wie ich mit Stöcken unterwegs waren. Vereinzelt entdeckte ich auch Lutherweg-Schilder, doch halfen auch die normalen Wanderwegkennzeichen. Außerdem konnte ich immer wieder Menschen fragen, die mir weiterhalfen, wenn ich unsicher war. In Torgau gibt es noch viele andere Sehenswürdigkeiten, die Bären im Schlossgarten, einen Juwelier, der den Ehering der Katharina für viel Geld nachgestaltet, gemütliche Biergärten und das älteste Spielwarengeschäft Deutschlands... Der Lutherweg hat mich nicht nur auf Martin Luthers und Katharinas Spuren gebracht, sondern mir wunderschöne Tage in Sachsen beschert. Hier kann man auch wesentlich länger als neun Tage verweilen, pilgern, wandern, besichtigen und bestaunen. Monika Kunz
Monika Kunz

27.05.2013 16:59 (2078)
mit großen Interesse haben wir vor einiger Zeit erfahren das nun auch der Lutherweg in Sachsen ?in Angriff? genommen werden soll. Darüber haben sich sicher nicht nur wir gefreut. Zwei Teilstücke haben wir bis jetzt unter die Füße genommen. Die erste führte uns von Löbnitz bis nach Bad Düben. Die Ausschilderung dort ist hervorragend. Leider war die Gastronomie in Bad Düben wohl nicht so Pilgerfreundlich, denn in der ersten Gaststätte war plötzlich aus reserviert als wir versuchten ein Platz zu finden. Das zweite Teilstück sollte uns nun von Bad Düben auf halbe Strecke nach Torgau führen. Der erste Teil bis Authausen war wieder sehr gut ausgeschildert. Plötzlich kamen wir auf eine T-Kreuzung und dort war absolut nichts ausgeschildert. Wir haben die Wegemarkierung vergebens auf beiden Seiten der Strecke gesucht. Leider haben wir uns dann für die falsche Richtung entschieden, sodass wir dann unsere Tour ziemlich enttäuscht nach ca. 19 km in Falkenberg abgebrochen haben.
Mylene Lawrenz

25.02.2013 07:09 (2021)
www.anders-wege-gehen.de will im April eine Fatenwanderung bei euchh auf dem Lutherweg veranstalten. Wer Lust hat kann auch gern mal auf http://www.facebook.com/Anders.Wege.gehen vorbei schauen und euch zum Beispiel auch anmelden zum mitmachen. Für Fragen stehe ich persönlich ebenfalls gern zur Verfügung unter 0171 5728584 Liebe Grüße Sven
Sven Fischer

26.08.2012 03:39 (1884)
This looks like a very interesting project, which I might like to take sometime. Thank you. I am a Lutheran pastor in the USA
Richard Baumann

03.09.2011 14:59 (1623)
Dem Lutherweg Sachsen wünsche ich eine würdige Eröffnung am 6. September 2011 und danach viele Besucher aus aller Welt.
Martin Kuhrau

09.02.2011 11:51 (1418)
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und gutes Gelingen bei der touristischen Vermarktung des Lutherweges Sachsen.
BUR Werbeagentur GmbH

09.02.2011 10:48 (1417)
Gästebuch eröffnet

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